Neue Perfektomat Rezension

Das Webzine We Got Music zieht folgendes Fazit: „Joscha Oetz und seine Band pflegen einen ganz eigenen, durchdachten Stil. Es ist unterm Strich akustischer Jazz von höchster Güte.“

Hier ist der link: http://wegotmusic.de/2015/01/joscha-oetz-freudenfeuer-an-akustischem-jazz/

Der jetzt wieder in Köln lebende Bassist Joscha Oetz, Jahrgang 1971, hat sich mit einem besonderen Projekt in Erinnerung gerufen. „Perfektomat“ nennt er es und um es gleich vorweg zu nehmen, diese CD mit der überaus weltoffenen Musik ist die pure Freude. Der Musiker ist weitgereist, verbrachte mehrere Jahre in San Diego (Kalifornien) und noch wichtiger, in Peru. Aus beiden Lebens- und Musikwelten hat er viele Ideen und Erfahrungen geschöpft, die sich in dem Album widerspiegeln. Vor allem die afro-peruanische Musik mit ihren heißen Rhythmen finden sich in dieser Musik.

Doch nicht nur. Die Musik von Perfektomat geht Verbindungen ein. Da groovt es teils gewaltig, dann wieder schimmert die lateinamerikanischer Leichtigkeit des Seins durch. Das Ergebnis ist ein kaleidoskophaftes Spiel zwischen einfach und komplex, entspannt, ambitioniert und weltgewandt.
 Die Mitmusiker sind zum Teil langjährige Weggefährten von Joscha Oetz: Niels Klein am Saxophon, Simon Nabatov am Piano, Laura Robles am Cajon und Perkussion
 sowie 
Bodek Janke am Schlagzeug.

Im Zentrum der Musik steht dabei der peruanische Cajon, ein Instrument, das mit dem spanischen Gitarrist Paco de Lucia in den 70er Jahren nach Europa kam.

Lando oder Festejo etwa heißen die Rhythmen, die Oetz während seines siebenjährigen Aufenthalts in Lima kennen und lieben gelernt hat und nun mit Jazz-Harmonien in Einklang bringt. Der Lando ist gewiss der originellste unter den afro-peruanischen Rhythmen (12/8 Takt) und im folkloristischen Zusammenhang Begleitung für Songs in Moll-Tonarten. Der Festejo ist, wie der Name schon sagt, der Rhythmus für die Feier. Er wird in einem treibenden 12/8 Takt gespielt. Ein zweites Instument der afro-peruanischen Musik ist die Quijada de Burro, die gleich im ersten Stück „Perfect Grey“ zu hören ist. Es handelt sich dabei um den Unterkiefer eines Esels, auf dessen Zähnen entlang geratscht wird.

 

Und noch eine Anmerkung: Joscha Oetz macht nicht nur sein Ding. Er ist als Sideman in anderen Bands ebenso aktiv und begehrt. Etwa in der Formation des Trompeters Frederik Köster und seiner Band Verwandlung oder von Robert Landfermanns Kontrabass-Quartett Basz.

Fazit: Joscha Oetz und seine Band pflegen einen ganz eigenen, durchdachten Stil. Es ist unterm Strich akustischer Jazz von höchster Güte.

Joscha Oetz geht alsbald auf Tour und ist am 1. Februar in Darmstadt (Stadtkirche) und am 3.2. im Kölner Stadtgarten live zu erleben.

Anspieltipps: Mas Mejor, Caral und Eastern Presence.

Joscha Oetz: „Perfektomat“ erschienen beim Kölner Label Klaeng Records

 

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